Ein hessisches Archiv ist das heutige Hessische Hauptstaatsarchiv erst seit 1945. Mit der Gründung des Bundeslandes erhielt es u.a. die Zuständigkeit für die Landesministerien und zentralen Behörden des Landes.
Die Geschichte des Archivs
reicht jedoch weit in die Vergangenheit zurück. Erwachsen ist es aus dem zentralen Herzoglich-Nassauischen Zentralarchiv, das nach Gründung des Herzogtums als Geheimarchiv in Idstein eingerichtet wurde.
Dieses wiederum setzte sich aus den Beständen zahlreicher Territorien zusammen, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts dem Herzogtum Nassau einverleibt worden waren. Die Bestände reichen daher insgesamt bis ins 10. Jahrhundert zurück.
Nach der Annexion Nassaus durch Preußen wurde das Archiv 1867 Staatsarchiv für den preußischen Regierungsbezirk Wiesbaden. Dorthin wurde 1881 auch der Standort verlegt.
1945 kam der preußische Regierungsbezirk Wiesbaden, seit 1944 preußische Provinz Nassau, zu Hessen. Seit 1963 heißt das Archiv offiziell "Hessisches Hauptstaatsarchiv". Im Frühjahr 1985 zog es in Wiesbaden vom bisherigen Dienstsitz in der Mainzer Straße in den Neubau an der Mosbacher Straße um, der alle Ansprüche eines funktionsgerechten modernen Archivgebäudes erfüllt.
Mit seiner Zuständigkeit für die obersten Landesbehörden ist es das wichtigste Dokumentationszentrum für die Geschichte des Landes Hessen. Als ein Haus der Geschichte wirkt das Hauptstaatsarchiv heute an der Erforschung und Vermittlung der von ihm verwahrten Quellen mit.
Ausstattung des Archivs
Das Gebäude verfügt über
vollklimatisierte und durch eine automatische Feuerlöschanlage gesicherte Magazine mit einer Lagerkapazität von 55.000 Regalmetern, erweiterbar auf 75.000 Regalmeter. Davon sind derzeit 50.000 lfd.m belegt
einen Lesesaal und Gruppenarbeitsraum mit zusammen 50 Plätzen, technische Benutzerplätze mit Mikrofilmlesegeräten, Readerprinter und einem Kopiergerät
eine Präsenzbibliothek mit über 90.000 Bänden
einen Vortragssaal mit 100 Plätzen bzw. einem Konferenzraum mit 50 Plätzen
Ausstellungsfläche im Foyer
45 vernetzte PC-Arbeitsplätze
eine Foto- und eine Restaurierungswerkstatt sowie eine Sicherungsverfilmungsstelle